Bilanz · Reflexion · Erinnerung
Die Zahlen
In genau 47,5 Tagen legte ich 4792 Fahrradkilometer zurück. Bedenkt man, daß ich an sechs Tagen nicht mit dem Rad gefahren bin, so bleiben 42 Fahrtage. Das ergibt eine durchschnittliche Tagesleistung von 114 km. Die höchste Tagesleistung betrug 181 km. Die niedrigste 60 km.
An Gepäck hatte ich viel zu viel mit. Die Hälfte der Kleidung hätte voll gereicht. Von meinen Ersatzteilen habe ich nur eine Kette und eine Decke gebraucht. Ansonsten bin ich ohne die geringste Beanstandung am Fahrrad ausgekommen. Bei dem Fahrrad handelt es sich um ein Reiserad der Marke Koga Miyata.
Mit dem Wetter habe ich Glück gehabt. Insgesamt sechs Tage Regen. Der Wind kam auf der Hinfahrt überwiegend mit unterschiedlicher Stärke von vorn. Auf der Rückfahrt war es genau umgekehrt. Zur Kleidung ist zu sagen, daß man sowohl auf Kälte als auch auf Hitze eingestellt sein muß. Die Temperaturen schwanken kurzfristig sehr stark. So kann man bei starkem Nordwind mit Regen im Hochland leicht eine Temperatur von 4 bis 6 Grad Celsius haben, während bei Sonnenschein in den geschützten Tälern oft um die 20 bis 25 Grad erreicht werden.
Als Kartenmaterial reicht die Euro-Cart im Maßstab 1:800.000 völlig aus. Eine Ersatzkarte ist ratsam. Außerdem gibt es in jeder Jugendherberge oder Touristen-Information für die jeweilige Region ausreichendes und brauchbares Material.
Faßt man zusammen, so war es eine sehr anstrengende, aber unvergessliche Reise – ich habe während der gesamten Tour 8 kg abgenommen. Als Fahrradfahrer ist man der Natur mehr als sonst ausgeliefert, besonders auf den einsamen und menschenleeren Strecken. Auch muß man es überwinden können, zwei bis drei Tage keine Unterhaltung mit einem Menschen zu haben. Gerne hätte ich mir auch abseits meiner Route Sehenswertes angesehen, doch das hieße wiederum zusätzliche Kilometer.
So schön es auch ist, mit dem Rad durch die endlosen Weiten zu fahren, kann es in größeren Ortschaften auch sehr hinderlich sein. Ein Auto schließt man ab und man kann sich frei bewegen. Wohin aber mit dem Rad und dem Gepäck? Auch in Skandinavien gibt es nicht nur ehrliche Menschen. Ich habe oft feststellen können, daß selbst die Einheimischen ihr Fahrrad immer abschlossen, wenn sie es abstellten.
Dieses soll mich aber nicht davon abhalten, weitere Radreisen in fremde Länder zu unternehmen. Für eine Reise per Fahrrad gibt es für mich keinen Ersatz.